Schlafbezogene Erkrankungen und Unfallrisiko im Straßenverkehr

Nach heutigem Wissensstand muß eine Gefährdung der Verkehrssicherheit durch schlafbezogene Erkrankungen als gesichert angesehen werden.

Eine Untersuchung des HUK-Verbandes von 1991 über die Struktur der Unfälle mit Getöteten auf Autobahnen im Freistaat Bayern zeigte, daß Einschlafen mit 24 % das auslösende Ereignis für tödliche Unfälle auf Autobahnen ist. In dieser Studie wurden sämtliche Verkehrsunfälle mit Todesfällen retrospektiv aufgearbeitet. Dies betraf 204 Unfälle mit 242 Toten.

Als auslösende Kriterien für die Unfälle wurden genannt:

reduzierte Vigilanz (Aufmerksamkeit): 38 %
Fehleinschätzung: 45 %
unvorhersehbares Verhalten: 11 %
technische Mängel: 5 %.
Alle anderen mit Tagesschläfrigkeit einhergehenden Erkrankungen und Zustände (Schichtarbeit) führen ebenfalls zu einem erhöhten Unfallrisiko. Von Patienten mit idiopathischen Hypersomnien, Schlaf- Wachstörungen und neurologischen Erkrankungen liegen nur von Narkolepsiepatienten subjektive Daten vor.

25 % der Narkolepsiepatienten mit Führerschein haben einen oder mehrere müdigkeitsbedingte Unfälle verursacht.

Betrachtet man den tageszeitlichen Zusammenhang von Unfallereignissen, ergibt sich eine zweigipfelige Kurve, mit einem ersten Anstieg in den Mittagsstunden und einem deutlichen Gipfel in den frühen Morgenstunden zwischen 3.30 h und 5.30 h. Diese Kurve der Unfallhäufigkeit korreliert damit sehr eng mit schlafphysiologischen Untersuchungen, die zu diesem Zeitpunkt eine deutlich geminderte Aufmerksamkeit aufzeigen.





Literatur zum Thema Unfallrisiko:

Struktur der Unfälle mit Getöteten auf Autobahnen im Freistaat Bayern im Jahr 1991.
HUK-Verband, Büro für Kfz-Technik München.

Langwieder K., Sporner A, Hell W (1994)
Einschlafen am Steuer: Hauptursache schwerer Verkehrsunfälle.
(Wien. med. Wochenschrift 1995; 145: 473).

Ackerstedt T. Sleepiness as a consequense of shift word.
Sleep 1998; 11:11-34

American Thoracic society (1994): Sleep Apnea, Sleepiness, and Driving Risk. Am J Respir Crit Care Med (150): 1463-1473.